Case Studies (4)

Theorie ist ja schön und gut – und viele Vorträge bringen wohl reichlich Beispiele aus der Praxis. Doch in diesem Track liegt der Fokus rein auf erlebtem. Ansätze, Geschichten und Ergebnisse aus Case Studies sollen der Zuhörerschaft die Möglichkeit geben von Erfahrungen aus erster Hand zu profitieren.

Europasaal A Ground floor

16:15 - 17:00

Do it agile – Wie große, etablierte Unternehmen von kleinen, agilen Teams lernen (DE)

Speakers: Dr. Alfred Mahringer, Stefan Erschwendner
Language: German
Format: Talk

Wie ein kleines, agiles Team ein digitalgetriebenes Smart Home Geschäftsmodell entwickelt, umsetzt und in Etappen die A1 verändert wird mit überwundenen Schwierigkeiten, persönlichen Aha-Momenten und anstehenden Herausforderungen erzählt.

Beschreibung: Etablierte Organisationen werden immer häufiger von Startups und digitalen Over-The-Top Playern in ihren Kernmärkten herausgefordert. Um konkurrenzfähig zu bleiben hat die A1 Telekom Austria angefangen, selbst wie ein digitaler Challenger zu denken und zu agieren. Mit A1 Smart Home wurde ein kleines, interdisziplinäres Team ins Leben gerufen, um ein neues digitales Geschäftsmodell in Rekordzeit zu entwickeln und zu launchen. Durch die konsequente Anwendung kundenzentrierter und agiler Innovationsmethoden wurden traditionelle Denk- und Handlungsmuster umgangen. Als eines der ersten Agilen Business Teams ebnete das Smart Home Team den Weg für die Agile Transformation der A1. Das Team hatte somit nicht nur die Aufgabe ein neues Produkt in einem neuen Geschäftsfeld zu launchen sowie agile Arbeitsweisen kennenzulernen und anzuwenden. Sondern das Smart Home Team lebt auch in der gesamten Organisation agiles Arbeiten vor, zeigt Impediments für agile Teams auf und entwickelt nun Zusammenarbeitsmodelle mit anderen agilen Teams. Kein einfacher Weg, aber ein lohnenswerter. A1 Smart Home Business Owner Alfred Mahringer und Agile Coach Stefan Erschwendner berichten in ihrem Vortrag über die agile Entwicklung des Smart Home Geschäftsmodells, angewendete Methoden und konkrete, praxisnahe Empfehlungen wie der Weg vom einzelnen agilen Team zur agilen Transformation gelingen kann.

Lernziele:

  • Wie kann ein traditionelles Unternehmen agil werden
  • Wie kann man ein digitales, kundenzentriertes Geschäftsmodell entwickeln
  • Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung und der Weiterentwicklung von digitalen Geschäftsmodellen
  • Welche Herausforderungen existieren bei der Etablierung agiler Arbeitsweisen in einem Team
  • Was kann ein kleines, agiles Team in einem großen etablierten Unternehmen bewirken
  • Was bedeutet Agilität für Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter in der Praxis

Venue:
Europasaal A
15:00 - 16:00

Die "Potenzialfokussierte Brille" für agile Prozesse (DE)

Speaker: Mag. Dr. Günter Lueger
Language: German
Format: Talk

Wie findet man in agilen Prozessen und vor allem auch in schwierigen Phasen mehr Potenziale? Durch eine grundlegende Veränderung der Wahrnehmung dieser Prozesse. In diesem Workshop wird die "Potenzialfokussierte Brille" vorgestellt, die deutlich mehr an gelingenden Prozessen sichtbar macht und neue Möglichkeiten des Findens einer gelingenden Zukunft erlaubt. Auch können mit Hilfe dieser "Brille" Fehler in Wegweiser der Entwicklung "umgebaut" werden. Durch Inputs und Übungen lernen die TeilnehmerInnen in diesem Workshop die Funktionsweise und die Einsatzmöglichkeiten der Potenzialfokussierten Brille kennen.

Beschreibung: Das Finden und vor allem das Ermöglichen des Findens von Potenzialen ist in agilen Prozessen eine permanente Anforderung. Da in vielen Unternehmen, die sich in einem agilen Transformationsprozesse befinden ursprünglich oft eine defizitorientierte Unternehmenskultur vorhanden ist, sind Konzepte und Tools für eine Fokussierung der Wahrnehmung auf Möglichkeiten und Potenziale hilfreich. Für diese Fokussierung stellt die "Potenzialfokussierte Brille" ein wirksames Tool dar. Sie ermöglicht eine weitaus umfangreichere Wahrnehmung von Möglichkeiten durch eine Ausrichtung auf dynamische Entwicklungen und die Fokussierung positiver Unterschiede. Es wird die Funktionsweise der "Potenzialfokussierten Brille" anhand der Prinzipien der Potenzialfokussierung vorgestellt und durch konkrete Beispiele wird die Anwendung in unterschiedlichen Settings (Retrospektiven, agile Coachings, Teamworkshops...) sowie die Wirkung in der Praxis verdeutlich. Besonders wirksam ist die "Potenzialfokussierte Brille" im Umgang mit Fehlern. Durch die dynamische Sichtweise lässt sich bei Fehlern, "Fehlverhalten", Abweichungen,... leichter ein Ansatzpunkt für eine positive Veränderung finden. Dadurch werden Fehler zu Wegweisern und verlieren ihre stark defizitorientierte Bedeutung. Wie dies konkret funktioniert wird im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt. Anhand von Übungen werden die TeilnehmerInnen die "Potenzialfokussierte Brille" ausprobieren und für ihre aktuellen Probleme aus ihrem Erfahrungsfeld verwenden. In einer gemeinsamen Reflexion dieser Übungen wird die Anwendungsmöglichkeit für die eigene Praxis vertieft. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Potenzialfokussierung in bereits implementierte Tools integriert werden kann. Damit lässt sich die Wirkung der "Potenzialfokussierten Brille" noch erhöhen.

Lernziele:

  • Defizite in Chancen und Möglichkeiten wandeln lernen
  • Möglichkeiten der unterschiedlichen Fokussierung in agilen Prozessen kennenlernen
  • Die "Potenzialfokussierte Brille" einsetzen können und auch für andere zur Verfügung stellen
  • Fehler in Wegweiser transformieren können
  • Anhand von praktischen Beispielen Defizitorientierung in Potenzialfokussierung entwickeln können
  • Die innere Logik von Tools einschätzen können (defizit- oder potenzialfokussiert)
  • Die Wirksamkeit von Tools erhöhen können, indem eine potenzialfokussierte Logik implementiert wird

Venue:
Europasaal A
13:00 - 14:30

Die User Journey eines Flüchtlings oder Wie die Anwendung agiler Methoden den Non-Profit Sektor bereichern kann. (DE)

Speaker: Stephanie Gasche
Language: German
Format: Talk

In den Jahren 2015 und 2016 beantragten über 130.000 Flüchtlinge Asyl in Österreich und überraschten sowie überforderten damit unser Land. Nachdem die Regierung damals nur langsam tätig wurde, sprang die Zivilgesellschaft mit einem Übermaß an Engagement ein und gründete hunderte Vereine, Initiativen und Projekte, um die Ankunft sowie den Integrationsprozess für Flüchtlinge zu erleichtern. Da es hier jedoch weder eine zentrale Koordinationsstelle noch PR-Budget oder Marketingwissen, dafür aber hohe Sprachbarrieren und interkulturelles Konfliktpotenzial gab, erfuhren die wenigsten Flüchtlinge von den passenden Initiativen und vice versa. Das Ziel von „Was Wie Warum in Österreich - I am Refugee“ war es, genau diesen Link herzustellen zwischen den Tausenden an interessierten Flüchtlingen und der Zivilgesellschaft. Unsere unparteiische, private Onlineplattform sollte den Integrationspfad von Flüchtlingen ganzheitlich abbilden und somit jedem Flüchtling die gleichen Chancen ermöglichen, seinen Weg in die österreichische Gesellschaft selbst zu gestalten.

Dieser Vortrag wird sich mit meiner persönlichen Reise vom Agile Coach zur Integrationstrainerin hin zur Social Impact Entrepreneurin beschäftigen. Er wird beleuchten, wie wir es geschafft haben, binnen vier Monaten von der Domäne über Wireframes sowie Vereinshürden hin zu einer funktionierenden, in vier Sprachen übersetzten Webseite zu kommen. Wie wir Nutzer- und Stakeholder-Feedback bekommen und iterativ eingebaut haben, um unser Produktportfolio binnen 24 Monaten von einer mehrsprachigen Webseite auf diverse Social Media Kanäle, eine Android App sowie Google Kurse und Workshops zu erweitern. Wie sich unser Mindset und der Fokus auf Empowerment, schnelle Lieferung und kleine Schritte auch inhaltlich in unseren Produkten und im Umgang mit der Zielgruppe widerspiegelt. Diese Case Study wird zeigen, dass eine starke Vision, Transparenz, Teamarbeit, Iterationen und Pull-Prinzip die besten Mechanismen für das Führen von einem interkulturellen Team an Freiwilligen sind. Auch werden wir die größten Hürden und Hindernisse aufzeigen – von staatlichen Förderungen über das rechtsradikale Mobbing auf Social Media Kanälen bis hin zur Diversität unserer Zielgruppe.

Dieser Vortrag soll nicht nur den Anwendungsbereich agiler Methoden erweitern und damit zeigen, dass sie auch ideal für den Non-Profit-Sektor sind, sondern zusätzlich die TeilnehmerInnen motivieren, ihr agiles Mindset zu nutzen, um einen positiven Beitrag im sozialen Bereich zu leisten.

Beschreibung:

Der Vortrag wird mit einem kurzen Rückblick zur Flüchtlingskrise 2014-2016 starten. Die Themengebiete des Vortrags sind meine persönliche Karriere und wie ich dazu gekommen bin, der Produktentwicklungszyklus und welche Methoden wir wann weshalb wie angewendet haben, das Team mit all seinen interkulturellen Schwierigkeiten, unsere größten Hürden und Hindernisse im Non-Profit Sektor und zu guter Letzt unsere Learnings aus einer Produktentwicklungsperspektive sowie als Individuen. Dieser Vortrag besteht aus einer Mischung aus Story Telling und Interaktion mit dem Publikum und wird von einer PowerPoint Präsentation begleitet.

Lernziele:

Die TeilnehmerInnen wissen, wie sie Elemente von Scrum, Lean Start-Up, Kanban und Design Thinking in ihrer Freizeit nutzen können, um einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.
Die TeilnehmerInnen verstehen den potenziellen Impact des agilen Mindsets außerhalb der Business Welt.
Die TeilnehmerInnen bekommen Einblicke in das Führen eines interkulturellen, international verteilten Team an Freiwilligen

Venue:
Europasaal A
11:00 - 12:00

Agile Skalierung - 6 Erkenntnisse aus der Praxis (DE)

Speaker: Stefan Toth
Language: German
Format: Talk

Dieser Vortrag öffnet den Blick in ein agiles, verteiltes Großprojekt, das komplexe Fachlichkeit für unterschiedliche Kunden entwickelt. 3 Jahre agile Transformation werden besprochen – praktisch und ohne zu schönen oder zu trivialisieren.

Beschreibung:

Agile Skalierungsframeworks gibt es einige und oft wird theoretisch besprochen, welche Modelle in Großprojekten helfen. In der Praxis stellt sich die Situation jedoch deutlich schwieriger, verwobener und dreckiger dar. Die methodischen Herausforderungen mischen sich mit organisatorischen, technischen und kulturellen Aspekten.

In dieser Session präsentiere ich Erkenntnisse aus mehreren Jahren Coaching in einem agilen Projekt aus dem Luftfahrtbereich. Wir arbeiten mit mehreren hundert Leuten in vier Ländern verteilt an Flugoptimierungssoftware und stellen uns der Herausforderung, trotzdem agile Ideen und Werte hochzuhalten. Das gelingt an manchen Stellen mehr und an manchen weniger. Teilweise sind es menschliche Probleme, teilweise technische Herausforderungen, teilweise fachliche Komplexitäten oder organisatorische Hürden, die das Problem erschweren. Von Konzerndenken über Offshoring und verteiltem Kundenstamm bis zu verteilten Teams findet sich jede Herausforderung in diesem Kontext.

Ich werde einen offenen und realistischen Abriss bieten, der auch transparent macht, wie sich Bemühungen Richtung Continuous Delivery und DevOps mit architektonischen Maßnahmen zu Self-Contained Systems und methodisch agilen Ansätzen zu einem Ganzen fügen. Insgesamt werde ich sechs Haupterkenntnisse aus dieser Arbeit präsentieren und – so es die Zeit erlaubt – noch einige Bonusinhalte.
Wegen der Freigabe des Kunden, kann ich offen über Probleme und Möglichkeiten sprechen, muss nicht schönen oder trivialisieren. Es sollte für jeden der in größeren agilen Vorhaben arbeitet oder sich in einer „agilen Transition“ befindet etwas dabei sein.

Lernziele:

- Was leisten Skalierungsframeworks in großen agilen Vorhaben?
- Was sind die größten Hürden in der Transofrmations-Praxis?
- Wo sollte der Fokus agiler Initiativen liegen und welche Themen muss man früher angehen als andere?

Venue:
Europasaal A
Subscribe to this RSS feed

Coaches Clinic

Coaches Clinic Icon

Eine Plattform, um erfahrene Agile Coaches mit Neulingen und allen an Agilen Methoden Interessierten
oder in - mehr oder weniger - agilen Umfeldern Beschäftigten zusammenzubringen.

Komm und stelle Deine Fragen! Erhalte Antworten, Ideen, Anleitung in einer kostenlosen 15-minütigen Session!

Willst Du Hilfe bei einer schwierigen Situation am Weg zu mehr Agilität? Komm zur Coaches Clinic! Die TeilnehmerInnen werden je nach individuellen Bedürfnissen passenden Agilen Coaches zugeordnet. Hier kannst Du in einem Einzelgespräch mit einem erfahrenen Agilen Coach reden, der Dir dabei helfen kann, Antworten bei Fragen zur technischen Praxis, Rollen- und organisatorischen Änderungen, motivationalen und persönlichen Konsequenzen, Scrum, Kanban, Scaling Agile, SAFe, LeSS, Agile Coaching als Karrierepfad, Erfüllung in Deinem professionellen Anspruch und vielen anderen Themen zu finden.

Die Coaches Clinic ist an beiden Konferenztagen von 10:30 bis 16:00 geöffnet. Du kannst einen Termin vereinbaren oder einfach hereinkommen.
Schau zur Zeittafel im Bereich der Coaches Clinic!

Ort: Business Lounge, Erdgeschoß
Organisation: Die Coaches Clinic wird von Dietmar Stockinger organisiert.

Wenn Du als ehrenamtlicher Agiler Coach teilnehmen möchtest, Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung mitbringst, die Agile Transformationen für Individuen und Organisationen unterstützen, melde Dich bitte direkt bei: dietmar.stockinger@wirecard.com oder mail@dietmar-stockinger.com

Wirecard