Why Agile (4)

Agilität ist die Gegenwart. Jedoch ist Agilität kein Selbstzweck – kein Ziel nur um der Agilität willen. In diesem Track beleuchten wir dir Gründe warum wir agil sein wollen und ob sich die Gründe dafür im Zeitraum seit der Erstellung des Agilen Manifest geändert haben.

Erzherzog Johann Saal 7th floor

16:15 - 17:15

Disruption in der Abfallwirtschaft! (DE)

Speakers: Dr. Andreas Opelt, DI Willibald Erhart, MBA MSc
Language: German
Format: Double Conference

Digitalisierung hat bekanntlich schon die unterschiedlichsten Branchen maßgeblich verändert und schon recht früh vor Augen geführt, dass sich Unternehmen heute rasch in die digitale Welt eingliedern müssen. Dazu muss auch die erforderliche Grundlage für schnellere Innovationen gelegt werden. Dieser Beitrag erzählt von der Reise eines Abfallentsorgers weg vom traditionellen Betrieb hin zum führenden Unternehmen im Bereich Waste Intelligence. Von einer Branche, die seit Jahrzehnten fast ausschließlich analog agiert und die von den sich ihr durch die Digitalisierung bietenden Geschäftsmöglichkeiten nichts ahnt. ","Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren viele Branchen verändert. Die neuen technischen Möglichkeiten revolutionieren Geschäftsmodelle und verkürzen Produkt- und Servicelebenszyklen. Viele Unternehmen stehen unter großem Druck, denn die Notwendigkeit für Innovationen mit schneller Produkteinführung hat sich massiv erhöht. Die Softwareindustrie ist von dieser Entwicklung schon früh geprägt worden. Um erfolgreich am Markt bestehen zu können, haben sich in diesem Sektor seit einigen Jahren agile Managementmethoden durchgesetzt. Andere Industrien haben die Vorteile besonders im Hinblick auf Innovationen erkannt und setzen nun ebenfalls auf moderne, flexible Führungsprinzipien. Dennoch hat die neue Art des Führens und Entscheidens, gepaart mit dynamischen Organisationsstrukturen und offener selbstverantwortlicher Unternehmenskultur, bis jetzt nur einzelne Branchen erreicht. Dieser Beitrag beschreibt den Weg eines Entsorgers vom traditionellen, analog und hemdsärmelig geprägten Betrieb zum führenden Unternehmen Österreichs im Bereich Waste Intelligence. Die Entwicklung ist bemerkenswert, da die gesamte österreichische Abfallwirtschaft stark im herkömmlichen Geschäft verankert ist und der Fokus viel mehr auf Abfall als auf Kunden lag.

Den Start zur Transformation stellte ein spezielles Leuchtturm-Projekt dar. Ein kleines Team hat sich mit agilen Entwicklungen und Werkzeugen vertraut gemacht. Das Projekt wurde innerhalb kürzester Zeit erfolgreich auf den Markt gebracht und in nur wenigen Monaten zum größten Baustellenentsorger in Österreich, ohne ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Die „Wegbeschreibung“ beinhaltet beide Seiten, die der Geschäftsentwicklung (Andreas Opelt, Vertriebsdirektor) und die der IT-Entwicklung (Willibald Erhart, Leiter Softwareentwicklung).

In einer Double-Conference wird dargelegt, welche Herausforderungen in diesem Projekt gelöst werden mussten. Besonders interessant sind die unterschiedlichen Blickwinkel. Ein Beispiel: Es war das erste Mal, dass sich ein Industrieunternehmen der Entsorgungsbranche die Frage gestellt hat, ob es Bereiche gibt, wo ein „neuer, schneller digitaler Player“ einen Geschäftsbereich attackieren und übernehmen könnte. Heute liegt dieses Vorgehen besonders in der Beratung sehr im Trend. Doch vor ein paar Jahren war dieses „Hinterfragen“ kaum bekannt und vor allem in der Abfallwirtschaft vollkommen unüblich. Die Analyse wurde in-house gemacht. Auf Basis der Erkenntnisse wurde die – schwere – Entscheidung getroffen, einen Geschäftsbereich aus dem Kerngeschäft vollkommen zu verändern, da er – über kurz oder lang – ein zu hohes Risiko barg, von einem digitalen Konkurrenten unter Druck zu geraten. Stellen Sie sich vor, Sie kennen sich in der Abfallwirtschaft aus, nicht aber mit digitalen Plattformen. Die Hürde hier einen Schritt in Richtung dieser Kompetenz zu gehen ist sehr hoch. Und: Welcher Plattformentwickler bewirbt sich schon bei der Müllabfuhr? Step-by-step wurde das Geschäftsmodell entwickelt, moderne Werkzeuge wie etwa das Business Model Canvas eingeführt und ein vollkommen agiles Team aufgebaut. Vieles war unsicher und neu. Die Konstante und einzige Bekannte war das Datum, wann das Projekt am Markt sein sollte. Das war für alle eine ganz neue Erfahrung und daher auch nur mit agilen Methoden realistisch handhabbar. Wir beschreiben die einzelnen Schritte des Leuchtturm-Projektes und verraten, wo die Treiber für den Erfolg liegen und Widerstände verhindert bzw. reduziert werden können.
Auf Basis des erfolgreichen Leuchtturm-Projektes wurde der Organisation die agile Gedankenwelt nähergebracht. Erste Experimente mit Scrum-Boards und weiteren agil durchgeführten Projekten erhöhten das Vertrauen in die Methode. Gleichzeitig wurde Know How aufgebaut und eine breitere Erfahrung in der Anwendung der Tools und Abläufe gewonnen. Die Kraft der Selbstverantwortung und Eigeninitiative stieg insbesondere durch Schulungsmaßnahmen für Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter. Für das „Daily Business“ wurde das bisherige hierarchische Management beibehalten. Jedoch überall wo Veränderung stattfinden sollte, wurde ganz agil oder zumindest mit Elementen der Agilität gearbeitet. Agile Managementkreise als weitere Maßnahme zur agilen Organisation sind für Abfallwirtschaftsunternehmen ein wichtiger nächster Schritt auf dem Weg zum modernen Unternehmen, das die Kunden in den Fokus stellt. Während die ersten Adaptoren ihr agiles Handeln bereits ständig weiterentwickeln, befinden sich andere Teile im Unternehmen noch mitten oder auch erst am Beginn des Weges.

Neben der Erfahrung aus dem Start im Leuchtturm-Projekt, diskutieren wir auch die Herausforderungen und Gefahren, die solch eine Veränderung, selbst Jahre nach Beginn der Transformation in sich tragen und zeigen auf, wie entscheidend die richtige Kommunikation und Change Begleitung ist.

Venue:
Erzherzog Johann Saal
15:00 - 16:00

I am Agile – A view on what it means for individuals to become and being agile (EN)

Speaker: Wolfgang Richter
Language: English
Format: Talk

Lets move our view for a moment away from the team and to us individuals. What does it mean for a single person to become and be agile?

Description:

When I started my agile journey about 20 years ago, I never thought I would call myself “agile” one day. I did not even know, that I went on this journey. I was just interested in doing things differently. But it happened and nowadays almost everybody is supposed to become agile. But what do people themselves need to change? What consequences does it have for individuals? Are there obstacles which are critical, sometimes almost too hard to take? And if so, how can we still survive in this entire agile world now?

In this talk I will introduce some thoughts from coaching and psychology about behavioural change, about change conflicts such as “have-to-cannot” according to the model of Häcker, and about the what it means to “be agile” for an individual.

Schedule: (60 minutes)
1.) My beginnings (5 min.)
2.) 5 Layers of Identity (10 min.)
3.) Concepts of Behavioural Change (8 min.)
4.) Change Conflicts – Model of Häcker (8 min.)
5.) The Agile Individual - Characteristics (9 min.)
6.) Agile Principles vs. Individuality (5 Minutes)
7.) Summary (5 min.)
8.) Q&A (10 Minutes)

 

Learning Objectives:

This is a talk about highlighting the importance of individuals, and how the Agile Manifesto and the Agile Principles affect them. Very often in my trainings and coaching people express their fear to become unimportant, because it seems all that counts are teams any more. And they feel lost, because they do not know how to change their own behaviour, and even if they can. Hence with this talk I want to give people an idea, what agility requires from them and can give to them individually for better results, fun in the job, and efficient collaboration with others. It is aimed more at the beginner’s level.

Venue:
Europasaal B
13:00 - 14:30

How to motivate Sisyphus (EN)

Speakers: Robert Herzig, Andreas Höfler
Language: English
Format: Talk

How we introduced gamification into our everyday life to make those tedious unavoidable everyday choirs a little bit more fun.,"While there are new challenges awaiting teams everyday - while innovation and flexibility are key assets - there still remains the tedious everyday work that can be very boring. Everyone knows that unique tasks, that require creative solutions, can be very rewarding. But what if you just have to get a dull job done?

Visualization of work on Kanban and Scrumboards everywhere help to improve the flow of work to some extent. However while a rising velocity chart, a sprint finished or a shorter cycle time might motivate the team somewhat, the gratification from watching charts remains an abstract one.

And then there is all this work, that is not visualized at all - like all the unplanned work deposited on desks everywhere flooding in via emails, phone calls and messengers. How to deal with all those five to thirty minute tasks that are dropped upon someone every day? How to motivate yourself to keep stemming against the tide?

In this presentation we invite you to accompany us on our journey how we started to introduce gamification in our everyday work to motivate ourselves to get more satisfaction out of the dull tasks that need to be done. To make our everyday pushing the boulder a little bit more fun.

It builds on Gamification theory in general, Yu Kai Chou’s Motivational Drives specifically, Goldratt’s Theory of Constraints, the Self-determination theory and applies practices from design thinking. While there will be not enough time to cover these foundations, be assured that prior knowledge of them is not needed to enjoy and benefit from our presentation.

We want to share our successes and failures along the way of a journey that has not yet ended and will invite you to come along to take the red pill if you are willing to do so. We want to hand you the spoon full of sugar that makes the medicine go down and of course we want to play a game.

Values of gamification
Limits of gamification
Awareness of Gamification Risks
Inbox Zero / Getting Things Done
Planned vs. Unplanned Work / Hidden Work
Easy Gamification Samples: Task Battleship, Task Raffle, Progress Puzzle, Trick Shot Game
How long can you work on making a routine task more efficient before you are spending more time than you save

Venue:
Erzherzog Johann Saal
11:00 - 12:00

Agiler Mumpitz?! (DE)

Speaker: Benedikt Jost
Language: German
Format: Talk

Die Reise hin zu einer agilen Organisation hat so seine Tücken - und endet zu oft mit Mumpitz und wirkungslosen Transformationen. Das liegt mitunter auch an völlig falschen Vorstellungen vom zukünftigen Zielzustand der Organisation. Ich kläre auf!

Beschreibung:

Eins vorweg: "Frameworks" und "Methoden" zur Agilität haben wir mehr als reichlich, der agile "Werkzeugkoffer" ist voll.

Dennoch endet die Reise hin zu einer agilen Organisation zu oft mit Mumpitz, wirkungslosen Transformationen und gefrusteten Menschen. Das liegt mitunter an völlig falschen Vorstellungen vom zukünftigen Zielzustand der Organisation und an beharrlich bestehenden Glaubenssätzen der verantwortlichen Personen.

Um diese aufzubrechen und eine gemeinsame starke Vision zu transportieren, benötigen wir als Agile Coaches keine weiteren ausgeklügelten Modelle, sondern endlich mehr gute Stories. Geschichten, die beim Zuhörer eine Identifikation mit dem Problem ermöglichen. Geschichten, die starke Bilder transportieren - und zum Mitmachen einladen.

Eine solche Story möchte ich mit euch teilen: Von der klassischen Organisation über verkorkste Transformationen hin zu einem "happy place" als gemeinsame Vision einer agilen Organisation.

Lernziele:

1. Reflektion von verkorksten Transformationen - agiler Mumpitz!
2. Warum erfolgreiche Agile Transformationen durch bestehende Glaubenssätze der Führungskräfte verhindert werden.
3. Warum gute Stories wichtiger sind als neue ausgeklügelte agile Modelle.
4. Ein starkes Bild für eine gemeinsame Vision einer agilen Organisation.

Venue:
Erzherzog Johann Saal
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Coaches Clinic

Coaches Clinic Icon

Eine Plattform, um erfahrene Agile Coaches mit Neulingen und allen an Agilen Methoden Interessierten
oder in - mehr oder weniger - agilen Umfeldern Beschäftigten zusammenzubringen.

Komm und stelle Deine Fragen! Erhalte Antworten, Ideen, Anleitung in einer kostenlosen 15-minütigen Session!

Willst Du Hilfe bei einer schwierigen Situation am Weg zu mehr Agilität? Komm zur Coaches Clinic! Die TeilnehmerInnen werden je nach individuellen Bedürfnissen passenden Agilen Coaches zugeordnet. Hier kannst Du in einem Einzelgespräch mit einem erfahrenen Agilen Coach reden, der Dir dabei helfen kann, Antworten bei Fragen zur technischen Praxis, Rollen- und organisatorischen Änderungen, motivationalen und persönlichen Konsequenzen, Scrum, Kanban, Scaling Agile, SAFe, LeSS, Agile Coaching als Karrierepfad, Erfüllung in Deinem professionellen Anspruch und vielen anderen Themen zu finden.

Die Coaches Clinic ist an beiden Konferenztagen von 10:30 bis 16:00 geöffnet. Du kannst einen Termin vereinbaren oder einfach hereinkommen.
Schau zur Zeittafel im Bereich der Coaches Clinic!

Ort: Business Lounge, Erdgeschoß
Organisation: Die Coaches Clinic wird von Dietmar Stockinger organisiert.

Wenn Du als ehrenamtlicher Agiler Coach teilnehmen möchtest, Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung mitbringst, die Agile Transformationen für Individuen und Organisationen unterstützen, melde Dich bitte direkt bei: dietmar.stockinger@wirecard.com oder mail@dietmar-stockinger.com

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