Die User Journey eines Flüchtlings oder Wie die Anwendung agiler Methoden den Non-Profit Sektor bereichern kann. (DE)

13:00 - 14:30 Case Studies

Speaker: Stephanie Gasche
Language: German
Format: Talk

In den Jahren 2015 und 2016 beantragten über 130.000 Flüchtlinge Asyl in Österreich und überraschten sowie überforderten damit unser Land. Nachdem die Regierung damals nur langsam tätig wurde, sprang die Zivilgesellschaft mit einem Übermaß an Engagement ein und gründete hunderte Vereine, Initiativen und Projekte, um die Ankunft sowie den Integrationsprozess für Flüchtlinge zu erleichtern. Da es hier jedoch weder eine zentrale Koordinationsstelle noch PR-Budget oder Marketingwissen, dafür aber hohe Sprachbarrieren und interkulturelles Konfliktpotenzial gab, erfuhren die wenigsten Flüchtlinge von den passenden Initiativen und vice versa. Das Ziel von „Was Wie Warum in Österreich - I am Refugee“ war es, genau diesen Link herzustellen zwischen den Tausenden an interessierten Flüchtlingen und der Zivilgesellschaft. Unsere unparteiische, private Onlineplattform sollte den Integrationspfad von Flüchtlingen ganzheitlich abbilden und somit jedem Flüchtling die gleichen Chancen ermöglichen, seinen Weg in die österreichische Gesellschaft selbst zu gestalten.

Dieser Vortrag wird sich mit meiner persönlichen Reise vom Agile Coach zur Integrationstrainerin hin zur Social Impact Entrepreneurin beschäftigen. Er wird beleuchten, wie wir es geschafft haben, binnen vier Monaten von der Domäne über Wireframes sowie Vereinshürden hin zu einer funktionierenden, in vier Sprachen übersetzten Webseite zu kommen. Wie wir Nutzer- und Stakeholder-Feedback bekommen und iterativ eingebaut haben, um unser Produktportfolio binnen 24 Monaten von einer mehrsprachigen Webseite auf diverse Social Media Kanäle, eine Android App sowie Google Kurse und Workshops zu erweitern. Wie sich unser Mindset und der Fokus auf Empowerment, schnelle Lieferung und kleine Schritte auch inhaltlich in unseren Produkten und im Umgang mit der Zielgruppe widerspiegelt. Diese Case Study wird zeigen, dass eine starke Vision, Transparenz, Teamarbeit, Iterationen und Pull-Prinzip die besten Mechanismen für das Führen von einem interkulturellen Team an Freiwilligen sind. Auch werden wir die größten Hürden und Hindernisse aufzeigen – von staatlichen Förderungen über das rechtsradikale Mobbing auf Social Media Kanälen bis hin zur Diversität unserer Zielgruppe.

Dieser Vortrag soll nicht nur den Anwendungsbereich agiler Methoden erweitern und damit zeigen, dass sie auch ideal für den Non-Profit-Sektor sind, sondern zusätzlich die TeilnehmerInnen motivieren, ihr agiles Mindset zu nutzen, um einen positiven Beitrag im sozialen Bereich zu leisten.

Beschreibung:

Der Vortrag wird mit einem kurzen Rückblick zur Flüchtlingskrise 2014-2016 starten. Die Themengebiete des Vortrags sind meine persönliche Karriere und wie ich dazu gekommen bin, der Produktentwicklungszyklus und welche Methoden wir wann weshalb wie angewendet haben, das Team mit all seinen interkulturellen Schwierigkeiten, unsere größten Hürden und Hindernisse im Non-Profit Sektor und zu guter Letzt unsere Learnings aus einer Produktentwicklungsperspektive sowie als Individuen. Dieser Vortrag besteht aus einer Mischung aus Story Telling und Interaktion mit dem Publikum und wird von einer PowerPoint Präsentation begleitet.

Lernziele:

Die TeilnehmerInnen wissen, wie sie Elemente von Scrum, Lean Start-Up, Kanban und Design Thinking in ihrer Freizeit nutzen können, um einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.
Die TeilnehmerInnen verstehen den potenziellen Impact des agilen Mindsets außerhalb der Business Welt.
Die TeilnehmerInnen bekommen Einblicke in das Führen eines interkulturellen, international verteilten Team an Freiwilligen

Venue:
Europasaal A