99% Auslastung sind zu 100% nicht agil – Agiles Ressource-Management (DE)

16:15 - 17:00 How to: Agile

Speaker: Rene Pachernegg
Language: German
Format: Talk

Auch in Firmen, die bereits auf Team-Ebene agil arbeiten, erfolgt das Ressource-Management sehr oft noch genau so wie vor 30 Jahren Top-Down durch einen Abteilungsleiter. Dabei wird vornehmlich das Ziel verfolgt, die vorhandenen Personalressourcen in Bezug auf Arbeitskraft und Know-How analog zu Maschinen in einem Maschinenpark bestmöglich auszulasten.
Dies führt allerdings zu einer ganzen Reihe an Seiteneffekten und Problemen. Der Vortrag zeigt wie agiles Ressource-Management diese Probleme lösen kann aber auch welche neuen Probleme sich daraus ergeben können. Ergänzt wird dies durch konkrete Beispiele unterschiedlicher Unternehmen.

Beschreibung:

Bei der Produktentwicklung ebenso wie in der Projektabwicklung ist traditionell ein Abteilungsleiter oder eine ähnliche Managementposition im Unternehmen verantwortlich für die Zuordnung von Mitarbeiterinnen zu Gruppen, Teams, und Projekten.
In der Regel wird dabei das Ziel verfolgt, das vorhandene Personal (Personen sowie deren Qualifikation, Erfahrung und Wissen) so effizient als möglich zu nutzen.

Das führt oft zu Problemen:
• Mangel an Out-of-the-box-Denken wegen hoher Arbeitsbelastung
• Hoher Waste bei Personen die mehr als einem Team angehören und gleichzeitig an mehr als einem Projekt gleichzeitig arbeiten
• Häufig wechselnde Teams und Mehrkosten durch wiederholt beginnende Teambuilding-Prozesse
• Fehlender Buy-In der Team-Mitglieder da es oft kein gemeinsames Team- und Projektziel bekannt ist
• Wissenssilos aufgrund Know-How optimierter Personalplanung

Der Vortrag betrachtet Möglichkeiten zur konsequenten Umsetzung der agilen Prinzipien und Werte im Prozess des Ressource-Managements:


1. Bilden von Teams rund um eine gemeinsame Vision, ein gemeinsames Ziel als stabiles Fundament für Eigenverantwortung
2. Jede Person wird nur einem Team und einem Projekt zugeordnet. Dies ermöglicht einen klaren Fokus auf die vorhandenen Aufgaben und eine bessere Identifikation mit den Zielen des Teams
3. Stabile, selten wechselnde Teams erhöhen die Wahrscheinlichkeit lang andauernde Performing-Phasen (Phasenmodell nach Tuckman)
4. Stärken einer Kultur des Lernens anstatt der Angst vor dem Scheitern ermöglicht dem Team die übertragene Eigenverantwortung auch mutig wahrzunehmen
5. Arbeitsbelastung senken um Raum für Kreativität zu lassen
6. Ermöglichen von echter Selbstorganisation im Team, sodass das Team selbst entscheidet, welches Projekt angenommen wird, wer dem Team beitreten darf aber auch wer nicht ins Team passt.

Anhand von konkreten Beispielen unterschiedlicher Unternehmen werden die Möglichkeiten der Umsetzungen besprochen, die erforderlichen Rahmenbedingungen ebenso wie auftauchenden Probleme und Hindernisse. Auch das Scheitern bei der Umsetzung der beschriebenen Maßnahme wird im Vortrag behandelt.

In vielen Fällen benötigt das Team auch Unterstützung von außen, Unterstützung zu Themen, zu denen nicht ausreichend Know-How im Team vorhanden ist. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie Systemadministration, UX-Design und Software-Architektur. Dieses Know-How wird allerdings nicht oft genug benötig, damit die entsprechenden Personen gleichberechtigt im Team mitarbeiten könnten. Der Vortrag behandelt auch dieses Thema und zeigt anhand von praktischen Beispielen konkrete Lösungsmöglichkeiten auf.

Lernziele:

Der Vortrag möchte die folgenden Fragen beantworten:
• Welche Probleme können aus traditionellem Ressource-Management entstehen?
• Welche Möglichkeiten bietet agiles Ressource-Management?
• Welche neunen Probleme können dadurch entstehen?
• Was haben andere Unternehmen schon ausprobiert und welche Ergebnisse haben sie damit erzielt?

Venue:
Europasaal B